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Unsere Forderungen:

  • Der Vorrang des Kindeswohl vor dem Elternrecht muss vom Gesetzgeber deutlicher formuliert werden.
  • Der Kinderschutz muss gesetzlich stärker abgesichert werden, evtl. durch ein eigenständiges Kinderschutzgesetz.
  • Die Jugendämter und Familiengerichte sollten bei der Abwägung zwischen Kindeswohl und Elternrecht die Bedeutung tief greifender, seelischer Traumatisierungen stärker beachten.
  • Wenn ein Kind von den Eltern vernachlässigt, misshandelt oder missbraucht wurde und sie nach Beratung ihr Fehlverhalten fortsetzen, ist ihnen das Sorgerecht unverzüglich zu entziehen.
  • Wenn wegen Vernachlässigung, Misshandlung oder Missbrauch die Herausnahme des Kindes indiziert ist, sollte sie zügiger als bisher üblich durchgeführt werden.
  • Kinder, die wegen Vernachlässigung, Misshandlung oder Missbrauch in Familien oder Heimen untergebracht wurden, sollten nur nach gründlicher Risikoabschätzung Kontakte zu ihren Herkunftseltern unterhalten.
  • Kinder, die sich gegen Besuch zur Wehr setzen, dürfen dazu nicht gezwungen werden.
  • Die Rückführung von Heim- und Pflegekindern in die Herkunftsfamilie sollte nur nach sorgfältiger fachkundiger Überprüfung der damit verbundenen Risiken vorgenommen werden.
  • Als Regelfall muss ein dauerhafter Verbleib in Pflege- und Erziehungsstellenfamilien nach Ablauf des in § 37 KJHG bezeichneten Zeitraums rechtlich abgesichert werde; nach Ablauf dieses Zeitraums kann eine Rückführung nur noch als Ausnahmefall in Betracht kommen.
  • Pflege- und Erziehungsstelleneltern müssen in sorgerechtlichen und umgangsrechtlichen Verfahren, die ihr Pflegekind betreffen, den Beteiligungsstatus und ein eigenständiges Beschwerderecht erhalten.
  • Die kinderärztlichen Vorsorgeuntersuchungen sollten obligatorisch sein.
  • Die Verträge für Dauerpflegeverhältnisse sollten langfristig abgeschlossen werden und Planungssicherheit gewährleisten.
  • Über die Auswirkungen der Rückführungen von Pflege- und Heimkindern in ihre Herkunftsfamilien sollten wissenschaftlich qualifizierte Untersuchungen durchgeführt werden.
  • Die gerichtlichen Sorgerechtsverfahren sind unter Berücksichtigung kindlicher Zeitperspektiven und Bindungsbedürfnisse so zu befristen und zu beschleunigen, dass den Kindern keine zusätzlichen physischen und psychischen Schädigungen zugefügt werden.
  • Kinder, die nicht die Möglichkeit haben, in der eigenen Familie aufzuwachsen, bedürfen einer besonderen Hilfe. Auf Grund ihrer eigenen Biographie erlebten sie wenigstens eine, in vielen Fällen jedoch mehrmalige Trennungen, müssen Beziehungsabbrüche verkraften und traumatische Erlebnisse auf – und verarbeiten.
  • Hier benötigen die KINDER, die aufnehmenden Familien, aber auch die Herkunftsfamilien besondere Begleitung, Unterstützung und Beratung, um diesen besonderen Anforderungen gerecht zu werden.

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