Newsletter 02 2022

  • Stand der Vorbereitungen unserer Jubiläumsveranstaltung am 2. Juli in Wernigerode
  • Unser Verband stellt sich vor – Besuche in Jugendämtern
  • Aus dem Vereinsleben unserer Mitglieder – der Wernigeröder Verein der Pflege- und Adoptiveltern
  • Ein besonderer Tag – die Wernigeröder präsentieren sich beim Tag der Vereine im Bürgerpark

Podiumsdiskussion „Pflegefamilien – ein Hafen für besondere Kinder“

Am Sonnabend, 2. Juli, ist es endlich soweit, unsere Jubiläumsveranstaltung zur Verbandsgründung vor 25 Jahren findet statt. Unsere Entscheidung, das Jubiläum mit einer Podiumsdiskussion zu begehen, hat für viel Aufmerksamkeit gesorgt – so werden uns von den insgesamt 14 eingeladenen Jugendämtern des Landes Sachsen-Anhalt immerhin acht besuchen und sich über das Thema austauschen. Diese bisherige Beachtung und das Interesse hat uns überrascht und erfreut. Und wer weiß, noch sind einige Tage Zeit bis zum Anmeldeschluss, vielleicht sagen auch noch weitere Jugendämter zu, die sich bisher noch nicht geäußert haben. Zugesagt haben auch Landes- und Kommunalpolitiker sowie Mitglieder freier Träger und von Sozialverbänden, so dass wir eine hochkarätige Diskussion über die Brennpunkte des Pflegekinderwesens erwarten können.

Übrigens konnten wir zu Jahresbeginn, als wir mit der Planung begonnen und die Einladungen verschickt haben, noch nicht einschätzen, was uns die aktuelle Corona-Lage im Juli an Einschränkungen (begrenzte Personenzahl, mögliche Tests und Hygienevorschriften) vorschreiben würde. Nun ist glücklicherweise alles gelockert, dass wir auch jeden weiteren interessierten Gast, der sich noch kurzfristig einfinden möchte, herzlich willkommen heißen können.

Die Veranstaltung findet im Kino „Volkslichtspiele“ in 38855 Wernigerode, Salzbergstraße 1, statt und ist von 10 bis etwa 14 Uhr geplant. Im Anschluss an die Diskussion laden wir zu einem zwanglosen Beisammensein bei einem kleinen Imbiss im Freien ein und freuen uns auf viele Begegnungen und Gespräche.

Besuche in den Jugendämtern

Um unseren Landesverband für Pflege- und Adoptiveltern im Land Sachsen- Anhalt bekannter zu machen und unsere Arbeit und unsere Ziele bei den Trägern der öffentlichen Jugendhilfe in den Landkreisen vorzustellen, haben wir uns vorgenommen, im Laufe dieses Jahres allen Jugendämtern in den Landkreisen und kreisfreien Städten einen Besuch abzustatten. Wir waren bereits in Haldensleben im Landkreis Börde, in Bernburg im Salzlandkreis und in Eisleben (Landkreis Mansfeld/Südharz). Und noch im August geht es nach Naumburg in den Burgenlandkreis.

Die Gespräche waren geprägt von Offenheit und einem Austausch auf Augenhöhe. Einig waren sich die Vertreter des Verbandes und die Fachleute vor Ort, dass die Situation der Pflegekinderhilfe landesweit ganz besonderer Aufmerksamkeit bedarf und keinesfalls ein „Selbstläufer“ ist. Denn landesweit geht die Zahl der Pflegeeltern zurück und dieser Trend kann nur durch die Verbesserung der Rahmenbedingungen aufgehalten und vielleicht sogar umgedreht werden. Dazu bietet das Bundesgesetz SGB VIII mit dem novellierten Kinder- und Jugendstärkungsgesetz allerbeste Voraussetzungen. Nun gilt es, diese veränderte Rechtslage umzusetzen und mit Leben zu erfüllen.

Dabei gibt es durchaus Unterschiede in den Ansichten und Plänen der Landkreise. So zeigt sich der einedurchaus offen für neue Wege und neue Modelle im Pflegekinderwesen, andere setzen eher auf die bisherigen Strukturen. Eine wachsende Rolle spielt Qualität im Pflegekinderwesen. Dabei sollen Kennzahlen eingesetzt werden, die es per „Cluster“ ermöglichen, vergleichbare Standards zu erkennen. In kritischen Gesprächen sollen Defizite benannt und Lösungen gefunden werden.

Es wurde vereinbart, Internetseiten miteinander zu verknüpfen und sich gegenseitig zu unterstützen, beispielsweise bei der Beantragung von Fördermitteln.

Die Jugendamtsleitungen setzen auf Pflegedienst-Mitarbeiterinnen, die nicht nur die nötige Qualifizierung, sondern auch eine gute Portion Lebenserfahrung mitbringen. Das sei ein Garant für gute und vertrauensvolle, aber professionelle Zusammenarbeit mit den Pflegeeltern und sorge für relativ wenig Abbrüche der Pflegeverhältnisse.

Bestätigt wurde auch die Position der Fachwelt und die Meinung des LVPALSA, dass, je jünger die Kinder sind, für die ein neues Zuhause gefunden werden muss, sie umso besser in einer Pflegefamilie aufgehoben wären. Nur im persönlichen Umfeld einer stabilen Familienstruktur haben Kinder (bis etwa sechs Jahre) die Chance, das bisher Erlebte zu verarbeiten und neue soziale Bindungen einzugehen.

Die Gesprächspartner der Jugendämter haben zudem signalisiert, dass sie sehr gern bei der öffentlichen und überregionalen Werbung um neue Pflegeeltern mit dem Landesverband zusammenarbeiten möchten. Zudem wird der LVPALSA bei Vorbereitungslehrgängen und Weiterbildungsseminaren anwesend sein, um die jeweils zuständigen örtlichen Vereine und Zusammenschlüsse, aber auch den Landesverband vorzustellen, damit künftige Pflegeeltern ihre Ansprechpartner kennen und das Gefühl haben, bei möglichen Problemen nicht allein zu stehen

Neuwahl im Verein der Pflege- und Adoptiveltern Wernigerode

Nach zwei schwierigen und durch coronabedingte Einschränkungen geprägte Jahre konnte Wolfgang Heine, 2. Vorsitzender, dennoch auf gemeinsame Veranstaltungen und Ausflüge, Weiterbildungen und Seminare verweisen, die für den Kontakt und das Miteinander der 54 Mitgliedsfamilien im Verein so wichtig sind. Dank einer großzügigen Spende zählten Familientreffen im Park Neukönigsaue oder Wochenenden inTemplin und am Bremer Teich zu den besonderen gemeinsamen Erlebnissen der Familien. Gute Resonanz habe es auf zwei Fortbildungsseminaren zum Thema Trauma und Leben mit traumatisierten Kindern gegeben. Leider mussten die bei allen beliebten Weihnachtsfeiern 2020 und 2021 abgesagt werden.

v.l. Mattias Reimann, Kerstin Prautzsch, Ute Senger,
Beatrice von Grzymala, Guido Harnau und Wolfgang Heine. Foto: B. Heine

„Dank moderner Medien aber kam auch die Kommunikation zwischen Pflegeeltern und Vorstand den zuständigen Ämtern und Behörden nicht zum Erliegen“, berichtet Heine. Gespräche mit dem Landrat, der Sozialdezernentin und der Jugendamtsleiterin, aber auch die Anwesenheit von Sachgebietsleiterinnen bei der Mitgliederversammlung zeugen vom Miteinander auf Augenhöhe. Nachdrücklich verwies Wolfgang Heine auch auf die Bedeutung einer offensiven Öffentlichkeitsarbeit. In Presseartikeln wurde über die Aktivitäten des Vereins berichtet, anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Vereins wurden in der Volksstimme drei Adoptiv- und Pflegefamilien mit sehr unterschiedlichen Ansätzen vorgestellt. Dieser Weg der Transparenz soll auch künftig verstärkt werden. Auch die Internetpräsenz soll überarbeitet werden.

Die Zusammenarbeit mit den Pflegeelternvereinen Halberstadt und Quedlinburg sowie den Mitgliedsvereinen des Landesverbandes soll ausgebaut werden. So vertritt Beatrice von Grzymala den Verein im LVPALSA. Geplant ist die gemeinsame Organisation von Seminaren und Weiterbildungen zu verschiedenen Themen, beispielsweise Themen wie „Bindungen von Pflegekindern“ und „Fetales Alkoholsyndrom (FASD)“. Als weiteren Schwerpunkt für die Zusammenarbeit mit den Behörden sieht der Verein in den Übergängen der Zuständigkeit für Pflegekinder mit sozial- oder heilpädagogischen Hintergründen vom Jugend- ins Sozialamt. Hier gelte es, die Bedenken der Eltern ernst zu nehmen und bereits vorab rechtliche Fragen zu klären. Durch eine breitere Öffentlichkeitsarbeit (auch die Internetseite des Vereins soll überarbeitet werden) sollen möglichst viele Menschen angeregt werden, sich mit der Thematik Pflegekinderwesen zu beschäftigen. Im Idealfall könnte das zu der Entscheidung führen, eine Pflegefamilie zu werden, die Pflegekindern familiäre Geborgenheit auf ihrem weiteren Weg ins Leben bietet.

Nach der Entlastung des alten Vorstandes wurde neu gewählt: Wolfgang Heine als 1. Vorsitzender, Matthias Reimann als 2. Vorsitzender, Beatrice von Grzymala als Kassenwart sowie Guido Harnau, Kerstin Prautzsch und Ute Senger als Beisitzer (siehe Foto.

Weitere Informationen: www.pflege-und-adoptivelternverein.de

Ein Tag im Bürgerpark beim Tag der Vereine

Der Tag der Vereine in Wernigerode findet jährlich statt und bietet Vereinen und Interessengemeinschaften eine gute Plattform, um sich vorzustellen und neue Mitglieder für ihre Arbeit zu interessieren. Der Bürgerpark von Wernigerode ist dafür eine ideale Kulisse, so dass diese Veranstaltung immer großen Anklang findet und interessierte Besucher von Nah und Fern anlockt. Mit dabei war auch der Wernigeröder Verein der Pflege- und Adoptiveltern. „Wir waren bereits das zweite Mal mit einem Stand dabei“, erzählt Beatrice von Grzymala, die nicht nur im Vorstand ihres Vereins, sondern auch im Vorstand des Landesverbandes mitarbeitet. Familie Grzymała kümmert sich nicht nur um ihre leiblichen Kinder, sondern bietet auch Pflegekindern ein liebevolles Zuhause. Das Besondere: „Bei uns leben Kinder mit DownSyndrom.“ Das klappe ganz prima. Neben dem Pflegeelternverein arbeiten die Grzymalas auch in der Selbsthilfegruppe „Harzkinder 21“ für Familien mit DownSyndrom-Kindern mit.

So habe es nahe gelegen, dass beide Gruppen mit einem gemeinsamen Stand für Aufmerksamkeit bei den Besuchern gesorgt haben. Und diese muss – so Beatrice von Grzymala erfreulich gut gewesen sein. Angelockt von einem großen Aussteller des Landkreises Harz „Pflegeeltern gesucht“ hatten sich der Verein noch einen weiteren Hingucker überlegt, der wie ein Magnet vor allem die kleinen Besucher anzieht und für Freude und Überraschung sorgt. „Wir hatten ein Glücksrad mitgebracht und sind über diesen Einstieg mit vielen interessierten Gästen ins Gespräch gekommen.“ Denn, während die Kinder am Glücksrad gedreht haben, wollten die Erwachsenen mehr über die Arbeit des Vereins und der Selbsthilfegruppe wissen. „Auch persönliche Fragen über uns und das Leben mit unseren besonderen Kindern wurden uns gestellt, die wir gern beantwortet haben.“

Insgesamt bezeichnet Pflegemutter Beatrice von Grzymala die Veranstaltung als sehr gelungen, ist hochzufrieden mit der Resonanz der Besucher und lobt die gute Organisation. „Wir bedanken uns bei unseren Sponsoren, die dafür gesorgt haben, dass wir mit unserer Glücksradaktion mit so vielen tollen Preisen locken konnten“, so von Grzymala. Darunter seien viele nützliche Sachen für Schule und Büro gewesen, Fußbälle und ein faltbares Fußballtor und sogar einige Unikate aus einem Bastelgeschäft.
Und für die Planung 2023 kann Pflegefamilie Grzymala schon jetzt verkünden, dass sie auf jeden Fall auch beim nächsten Tag der Vereine im Bürgerpark Wernigerode wieder mit dabei sein wird und für den Verein der Pflege- und Adoptiveltern Wernigerode, den Landesverband LVPALSA und die Selbsthilfegruppe Harzkinder 21 die Werbetrommel rühren wird.

Verantwortlich für den Inhalt: Ramona Adelsberger und Kathrin Kube

Unser nächster Newsletter wird im Juli 2022 erscheinen.

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